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Selfpublishing oder Verlag: Was für Fachautoren heute mehr Sinn ergibt

Ein Verlag bietet Auswahl, Handwerk und Zugang zum Buchhandel, der Selbstverlag Tempo und Kontrolle. Worauf Fachautoren bei der Wahl achten sollten.

Von der Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Ein Karton mit frisch gedruckten Taschenbüchern in einem kleinen Büro.
Ein Karton mit frisch gedruckten Taschenbüchern in einem kleinen Büro.Bild: mit KI erstellt

Für ein Fachbuch fällt eine wichtige Entscheidung früh: Verlag oder Selbstverlag, oft auch Selfpublishing genannt. Beide Wege führen zu einem gedruckten Buch, das Leser kaufen können. Sie unterscheiden sich in Arbeit, Kosten, Tempo und Kontrolle.

Was ein Verlag übernimmt

Ein klassischer Verlag finanziert die Herstellung selbst. Er sorgt für Lektorat, Satz, Umschlag und Druck und bringt das Buch in den Buchhandel. Sie erhalten dafür ein Honorar, das der Vertrag regelt, und räumen dem Verlag Rechte an Ihrem Text ein. Für ein Sachbuch bewerben Sie sich meist mit einem Exposé: Thema, Zielgruppe, Gliederung, ein Probekapitel und ein paar Sätze über Sie.

Ein Vorteil ist leicht zu übersehen: Ein Verlag hat Ihr Buch ausgewählt. Diese Auswahl kann für Leser, Veranstalter und Presse ein Signal sein. Dazu kommen Erfahrung mit Titeln, Umschlägen und Preisen sowie gewachsene Kontakte zum Handel.

Dafür brauchen Sie Geduld und geben ein Stück Kontrolle ab. Verlage planen ihre Programme lange im Voraus. Über Titel, Umschlag und Ladenpreis entscheidet am Ende meist der Verlag. Gehen Sie außerdem davon aus, dass auch mit Verlag ein Teil der Werbung bei Ihnen liegt. Fragen Sie im Gespräch genau nach, was der Verlag für Ihr Buch plant.

Was der Selbstverlag von Ihnen verlangt

Im Selbstverlag sind Sie Autor und Verleger zugleich. Sie entscheiden über Titel, Umschlag, Preis und Erscheinungstermin. Ihre Rechte behalten Sie. Das Buch kann erscheinen, sobald es fertig ist.

Dafür liegen alle Aufgaben bei Ihnen: Lektorat und Korrektorat, Satz, Umschlag, Druck, Vertrieb und Werbung. Die meisten davon können Sie an Fachleute vergeben. Sparen Sie dabei nicht am Lektorat. Ein Fachbuch mit Fehlern schadet dem Ruf, den es aufbauen soll.

Unterscheiden Sie außerdem zwischen lieferbar und sichtbar. Buchhandlungen können Ihr Buch bestellen, wenn jemand danach fragt. Lieferbar heißt noch nicht, dass Ihr Buch in einem Regal steht. Für Sichtbarkeit sorgen Sie selbst, zum Beispiel über Vorträge, Ihre Kunden und Ihr Netzwerk.

Beim Druck haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie lassen eine Auflage drucken und lagern die Bücher selbst. Oder Sie wählen den Druck auf Bestellung: Die Druckerei stellt jedes Exemplar erst her, wenn jemand es bestellt. Das spart Lagerplatz und Vorleistung, ist pro Exemplar aber meist teurer als eine größere Auflage.

Lieferbar heißt noch nicht, dass Ihr Buch in einem Regal steht.

Regeln für beide Wege

Einige Regeln gelten unabhängig vom Weg. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung auch für selbst verlegte Bücher, die im Handel verkauft werden. Sie legen also einen festen Endpreis fest, und der Handel verkauft Ihr Buch zu diesem Preis.

Damit Buchhandlungen Ihr Buch bestellen können, brauchen Sie in der Praxis eine ISBN. In Deutschland vergibt die ISBN-Agentur diese Nummern. Manche Dienstleister stellen ebenfalls eine ISBN bereit. Fragen Sie in diesem Fall nach, wer als Verlag eingetragen wird.

Von Büchern, die in Deutschland erscheinen, gehen Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek. Klären Sie im Selbstverlag, wer diese Exemplare abliefert: Sie selbst oder ein Dienstleister, der für Sie arbeitet.

Seriöse Angebote erkennen

Nicht jeder Anbieter, der sich Verlag nennt, arbeitet wie ein klassischer Verlag. Verlangt jemand Geld für die Veröffentlichung, prüfen Sie genau, was Sie dafür bekommen. Das gilt auch für Dienstleister im Selbstverlag. Lesen Sie jeden Vertrag vollständig, bevor Sie unterschreiben, und stellen Sie diese Fragen: Welche Rechte treten Sie ab, für wie lange und für welche Ausgaben? Wie kommen Sie aus dem Vertrag wieder heraus? Wer bezahlt Lektorat und Umschlag? Wie oft erhalten Sie eine Abrechnung über verkaufte Exemplare? Seriöse Partner beantworten diese Fragen offen und schriftlich. Im Zweifel lassen Sie den Vertrag von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht prüfen.

Die Entscheidung beginnt beim Ziel

Am Ende hilft die Frage, was das Buch für Sie leisten soll. Soll es in Buchhandlungen präsent sein und von der Auswahl eines Verlags profitieren, spricht viel für einen Verlag. Soll es schnell erscheinen, zu Ihren Seminaren passen und ganz Ihnen gehören, spricht viel für den Selbstverlag. Halten Sie Ihr Ziel schriftlich fest, bevor Sie mit Verlagen oder Dienstleistern sprechen. Dann messen Sie jedes Angebot an diesem Ziel und nicht am schönsten Versprechen.

Die Entscheidung muss nicht für immer gelten. Solange Sie die Rechte haben, kann ein Buch aus dem Selbstverlag später noch einen Verlag finden.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI.

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